| Rasse | Hohefürsten |
| Geschlecht | weiblich |
| Alter | 168261 Jahre |
| Geburtstag | 10. Tag des Heumondes |
| Staatsangehörigkeit | Thaugrien |
| Mag | N/A |
| Mag nicht | N/A |
| Funktionen | Hohefürstin des Wassers |
| Glaube | N/A |
| Bande |
Fubuki
Il-Vernia Kaen Rai U-Ranos (Unerfüllte Liebe) |
| Ausrichtung | LG |
Zora ist die Hohefürstin des Wassers und Hüterin aller Meere, Seen und Strömungen. Einst als Prinzessin der Nixen geboren, verlor sie ihr gesamtes Volk durch die Grausamkeit der Menschen. Aus Leid, Schuld und Verlust erwuchs eine neue Bestimmung. Zora wurde zur Dienerin der Götter erhoben und trägt seither die Verantwortung für das Wasser selbst. Trotz ihres Schmerzes entschied sie sich nicht für Rache, sondern für Schutz und Vergebung.
Zora wurde als Tochter der Königin der Nixen geboren. Sie war als zukünftige Thronfolgerin bestimmt und wuchs im Reich des Meeresvolkes auf, das in Harmonie mit den Küstenbewohnern lebte. Die Nixen galten für die Menschen als Bewahrer des Gleichgewichts zwischen Meer und Land.
Diese friedliche Zeit endete, als ein Handelsschiff über dem Meeresreich sank. Die Bewohner des Meeres untersuchten das fremdartige Wrack und die geladenen Schätze, ohne zu wissen, aus welchem Land das Schiff stammte. Die Menschen der kleinen Landsiedlung am heutigen Tellius-See deuteten das Unglück als feindlichen Akt. Aus Angst und Zorn heraus griffen sie die Nixen an. Was folgte, war kein Krieg, sondern eine Ausrottung. Das gesamte Meeresvolk von Faergria wurde vernichtet. Die Menschen schnitten den Toten die Schwanzflossen ab und verzehrten sie. Zora überlebte nur, weil ihre Mutter sie befahl, im Meerestempel zu bleiben.
Als niemand zurückkehrte, wagte Zora den Weg durch den Verbindungstunnel zum See. Dort sah sie das Ausmaß des Grauens. Ihr Volk war ohne Gnade ausgelöscht. Überwältigt von Angst floh sie zurück ins Wasser, doch ein Mensch entdeckte sie und verletzte sie schwer am Rücken mit einem Speer. Mit letzter Kraft erreichte Zora den Thronraum des Meerestempels. Dort, wo einst ihre Mutter regiert hatte, brach sie zusammen. In diesem Moment erschien ihr der Geist ihrer Mutter. Sie sprach ihr Mut zu und verlangte von ihr weiterzuleben, koste es, was es wolle. Zora verlor das Bewusstsein und erwartete den Tod.
Als Zora ihre Augen erneut öffnete, stand eine fremde Frau vor ihr. Groß, anmutig und von warmer Ausstrahlung, mit langem blauem Haar. Zora hielt sie zunächst für ihre Mutter, doch die Frau offenbarte sich als die Göttin des Schicksals. Die Göttin verlieh Zora Macht über das Wasser. Zora spürte Strömungen, Gezeiten und Tiefen, als wären sie Teil ihres eigenen Körpers. Ihre Wunden schlossen sich, der Schmerz verschwand. Die Göttin erklärte, dass Zora fortan über das Wasser wachen solle, nicht nur für die Meereswesen, sondern auch für die Menschen. Zum Abschied forderte sie Zora auf, den Menschen zu vergeben. Schweren Herzens nahm Zora dieses Schicksal an.
Bevor sie den Thronsaal verließ, ritzte Zora mit einer Muschel Worte in die Rückseite des Thrones. Worte, die ihre Mutter ihr einst gesagt hatte und die ihr fortan Halt gaben.
Die ersten Jahre empfand Zora ihr Amt als Bürde. Sie hütete das Meer, doch ihr Volk war verschwunden. Mit der Zeit lernte sie, ihre Kräfte zu kontrollieren und ihren Schmerz in Fürsorge zu wandeln. Sie beschützte Strömungen, reinigte Gewässer und führte verlorene Seelen sicher an Land.
Ihr Blick auf die Menschen blieb jedoch vorsichtig. Vertrauen fiel ihr schwer, doch sie erfüllte ihre Pflicht auch ihnen gegenüber. Jahre später verirrte sich ein aufmüpfiger, junger Mann mit langem blondem Haar an den Tellius See und drohte zu ertrinken. Zora zögerte, das Ufer erneut zu betreten, doch sie entschied sich zu helfen. Sie rettete ihn und wurde dabei von den Bewohnern des Dorfes gesehen. Die Menschen, die die Taten ihrer Vorfahren längst vergessen hatten, erklärten Zora zu ihrer Schutzheiligen. Der vorlaute junge Mann bedankte sich aufrichtig und suchte ihre Nähe. Durch ihn erlebte Zora zum ersten Mal seit langer Zeit Freude. In diesem Moment erkannte sie ihre wahre Bestimmung. Nicht als Königin eines verlorenen Volkes, sondern als Hüterin aller, die Hilfe benötigen.
Zora ist ruhig, würdevoll und sanft. Ihre Stimme trägt die Tiefe des Meeres in sich. Sie ist mitfühlend, aber nicht naiv. Schmerz und Verlust haben sie vorsichtig gemacht, doch nicht verbittert. Ihre größte Stärke ist ihre Fähigkeit zur Vergebung. Ihre größte Wunde bleibt die Erinnerung an ihr Volk. Zora hilft nicht aus Pflicht, sondern aus Überzeugung. Jeder Gerettete ist für sie ein stiller Sieg über die Grausamkeit der Vergangenheit.