| Rasse | Recken |
| Geschlecht | weiblich |
| Alter | 511 Jahre |
| Geburtstag | 18. Tag des Weinmondes |
| Staatsangehörigkeit | Animus |
| Mag | N/A |
| Mag nicht | N/A |
| Funktionen | Thanatos Reckin der Habgier |
| Glaube | Thanatos |
| Bande |
Eliza
(Schwester)
Finnea Phaerille Scarlet (Schwester) Thanatos (Vater) |
| Ausrichtung | N/A |
Cinnabar ist die zweite Reckin von Thanatos und spezialisiert sich auf die Sünde der Habgier. Im starken Kontrast zu ihrer Schwester Scarlet tritt sie ruhig, höflich und zurückhaltend auf. Sie erfüllt ihre Pflichten gewissenhaft und ohne Klage und stellt ihre eigenen Bedürfnisse stets hinter das Wohl ihrer Familie. Ihre größte Stärke liegt nicht in Lautstärke oder Dominanz, sondern in Beständigkeit, Loyalität und innerer Disziplin.
Innerhalb der Familie von Thanatos nimmt Cinnabar die Rolle der stillen Säule ein. Während Scarlet durch Präsenz und Emotionalität auffällt und Thanatos durch seine widersprüchliche göttliche Natur, ist Cinnabar die Konstante, die Ordnung und Ruhe wahrt. Sie weist Scarlet und Thanatos regelmäßig zurecht, doch niemals mit Schärfe oder Spott. Ihre Kritik ist ruhig, respektvoll und so durchdacht, dass sie selten ignoriert wird. Cinnabar empfindet es als ihre Pflicht, niemandem zur Last zu fallen. Wenn Thanatos sich mit ihr zusammensetzt und nach ihrem Befinden fragt, reagiert sie stets mit Entschuldigungen. Nicht aus Angst, sondern aus dem tief verankerten Wunsch heraus, niemandem Sorgen zu bereiten. Sie beteuert aufrichtig, dass sie ihr Leben genießt, auch wenn ihre Worte manchmal mehr nach Pflichtgefühl als nach Freude klingen.
Die Bindung zwischen Cinnabar und Scarlet ist tief und still. Cinnabar ist nicht nur Scarlets jüngere Schwester, sondern ihr emotionaler Anker. Dass sie sich ein Zimmer im Herbstlaub Anwesen teilen, empfindet Cinnabar als selbstverständlich. Auch wenn sie Thanatos’ Beharren auf menschliche Schlafgewohnheiten nie ganz verstanden hat, akzeptiert sie es ohne Widerrede. Da himmlische Wesen keinen Schlaf benötigen, dient Cinnabar Scarlet nachts als Kuschelkissen. In diesen Momenten wird ihre Fürsorge besonders greifbar. Sie empfindet keinen Unmut darüber, sondern eher Dankbarkeit, dass sie Scarlet Halt geben kann. Für Cinnabar ist Nähe kein Bedürfnis, sondern eine Aufgabe, die sie mit leiser Hingabe erfüllt.
Farone hat in Cinnabars Besonnenheit und Vernunft großes Potenzial erkannt. Mehrfach hat sie Cinnabar angeboten, eine Reckin in ihrem Dienst zu werden. Jedes dieser Angebote lehnt Cinnabar höflich, aber entschieden ab. Sie empfindet diese Offerten als mitleidig, auch wenn sie weiß, dass sie gut gemeint sind. Für Cinnabar gibt es nichts Erstrebenswerteres, als an der Seite von Scarlet und Thanatos zu leben. Loyalität ist für sie kein Opfer, sondern eine bewusste Entscheidung. Sie sieht keinen höheren Zweck, als ihre Familie zusammenzuhalten.
Cinnabar hat sich früh auf die Jagd nach Sündern der Habgier spezialisiert. Nicht, weil sie diese Sünde verkörpert, sondern weil sie sie ablehnt. In ihren Augen ist Habgier kein Verlangen nach Besitz, sondern die Angst vor Mangel. Diese Angst verachtet sie nicht, doch sie hält sie für eine Schwäche, die überwunden werden muss. Ihr Ideal ist die Genügsamkeit. Cinnabar vertritt die Ansicht, dass jeder nur das benötigt, was zum Überleben notwendig ist sowie Familie und Freunde. Alles darüber hinaus betrachtet sie als potenzielle Quelle von Unordnung und innerer Leere. Im Haushalt achtet sie streng darauf, dass Gegenstände verschwinden, sobald sie nicht mehr gebraucht werden. Diese Ordnung ist für sie kein Zwang, sondern Ausdruck innerer Klarheit.
Cinnabar ist ruhig, diszipliniert und höflich. Sie spricht selten über sich selbst und noch seltener über ihre Gefühle. Dennoch ist sie nicht emotionslos. Sie genießt Feste und Zusammenkünfte auf ihre eigene, maßvolle Weise (im Gegensatz zu Scarlet und Thanatos). Sie beobachtet, hört zu und lächelt, während andere sich verlieren.
Ihre größte Schwäche ist ihr Wunsch, immer stark und genügsam zu sein. Cinnabar erlaubt sich kaum, selbst etwas zu verlangen. Ihr Glück zieht sie fast ausschließlich aus dem Glück der anderen. Ob sie wirklich vollkommen zufrieden ist oder sich nur selbst davon überzeugt, bleibt offen.
Ein prägender Moment in Cinnabars Leben war der Abend, an dem sie beim Aufräumen ein aufgeschlagenes Buch in Thanatos’ Raum fand. Als sie es beiseitelegen wollte, fiel ihr Blick auf die offenen Seiten. Dort las sie Dinge, die zutiefst privat waren. Noch am selben Abend sprach sie Thanatos darauf an. Entgegen ihrer Erwartungen reagierte Thanatos nicht mit Zorn. Stattdessen entschuldigte er sich dafür, dass sie diese Dinge hatte lesen müssen. Dieser Moment erschütterte Cinnabar tief. An diesem Abend sprachen sie lange miteinander. Thanatos offenbarte ihr Gedanken und Erinnerungen, die nur zwei weitere Wesen kannten. Cinnabar schwor ihm, dieses Wissen niemals weiterzugeben. Sie würde diese Geheimnisse mit ins Grab nehmen, sollte sie je sterben. Bis heute betrachtet sie diesen Abend als einen der bedeutendsten ihres Daseins. Thanatos’ Vertrauen ist für sie ein kostbarer Schatz, den sie mit stiller Ehrfurcht bewahrt.